CBD in Frankreich
CBD in Frankreich
In diesem Artikel beleuchten wir die Gesetzgebung rund um den Anbau und Verkauf von CBD-Blüten in Frankreich, um Ihnen einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage des rechtlichen Rahmens für den CBD-Markt in Frankreich zu geben.
Der Anbau von CBD in Frankreich
Derzeit ist der Anbau von CBD in Frankreich für Landwirte erlaubt, sofern er ausschließlich im Freiland erfolgt und dort auch geerntet wird. Der Anbau von CBD im Gewächshaus (Greenhouse) und in Innenräumen (Indoor) ist nach wie vor verboten, auch wenn sich die gesamte Branche eine Änderung in diese Richtung wünscht.
Vor dem Gesetz gelten die Blütenstände (der oberirdische Teil mit dem end- bzw. spitzenständigen Blütenstand) weiterhin als Abfall und dürfen in Frankreich nicht vermarktet werden.
Manche Landwirte umgehen dieses Gesetz bereits, indem sie nach anderen Bezeichnungen für die Blüten suchen. Angesichts des boomenden Marktes für CBD-Blüten in Frankreich, die aus ganz Europa und sogar aus den USA stammen, erscheint das mehr als verständlich.
Derzeit ist es also möglich und vor allem legal, Hanf im Freiland anzubauen, um CBD-Produkte zu vermarkten – vorausgesetzt, die CBD-Blüten werden weiterverarbeitet. Dafür muss man selbstverständlich Landwirt sein und vor allem einfallsreich.
Für Privatpersonen gilt genau dasselbe: Der Anbau von CBD in Frankreich ist für Privatpersonen nicht illegal. Der Gehalt muss den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, also unter 0.2% THC liegen. Allerdings sollten Sie sich an den offiziellen Katalog der zugelassenen Arten und Sorten halten, um Samen zu erwerben, die für den Anbau erlaubt sind.
Am 21. Juli 2021 hat das französische Ministerium für Solidarität und Gesundheit eine neue Verordnung zur Anwendung von Artikel R. 5132-86 des Gesetzbuchs über die öffentliche Gesundheit (Code de la santé publique) in Bezug auf Cannabis verabschiedet und sie der Europäischen Kommission zur Genehmigung (oder Ablehnung) übermittelt. Sie betrifft die Regulierung der Hanfbranche, sowohl bei der Produktion als auch bei der Vermarktung.
Vorerst bleibt die Gesetzgebung zu CBD in Frankreich recht unklar. Es besteht jedoch der Wille, bestimmte Punkte zu klären, denn unser Land hinkt im Vergleich zu vielen europäischen Ländern hinterher, die bereits seit mehreren Jahren Gesetze zugunsten von CBD erlassen haben. Zudem hält Frankreich am Verbot der Blütenproduktion fest.
Diese Verordnung kommt den französischen Landwirten, die Blüten produzieren, also nicht entgegen – dabei könnten sie ihre Einnahmen steigern, wenn sich die Gesetzgebung zu ihren Gunsten entwickeln würde. Die aktuelle Regierung sieht das jedoch anders und besteht darauf, dass das Produkt weiterverarbeitet wird. Die Landwirte müssen die CBD-Blüten also beispielsweise zu CBD-Öl oder CBD-Harz verarbeiten – ein völlig anderes Handwerk, das zudem sehr hohe Kosten für Verarbeitungsanlagen mit sich bringt.
Die Gesetzgebung zum Verkauf von CBD in Frankreich
Heute gibt es für CBD in Frankreich keinen offiziellen gesetzlichen Rahmen. Wir befinden uns eindeutig in einer sogenannten Grauzone. Da CBD nicht als Droge gilt, stützen sich die CBD-Akteure in Frankreich auf die europäischen Vorschriften zum freien Warenverkehr – deshalb konnten in allen Ecken Frankreichs zahlreiche Geschäfte entstehen.
Die französische Regierung hat diesen Sommer, wie oben erläutert, eine neue Verordnung an die Europäische Kommission übermittelt. Die gesamte Branche wartet nun auf die Entscheidung der Kommission. Wird diese Verordnung angenommen, erhält CBD (endlich) einen rechtlichen Rahmen, doch dieses Gesetz wird nicht allen CBD-Akteuren in Frankreich entgegenkommen. Der Text muss also von der Kommission genehmigt werden, die sich das Recht vorbehält, ihn ganz oder teilweise abzulehnen.
Der Verkauf von CBD-Blüten in Frankreich
Wie bereits erwähnt, entstehen dank des europäischen Binnenmarkts überall in Frankreich neue Geschäfte. Frankreich sah sich zuletzt gezwungen, seine Gesetzgebung zu ändern, um diesen neuen Markt zu regulieren. Heute ist es dank Europa durchaus möglich, Hanfblüten und -blätter mit CBD und einem legalen THC-Gehalt (<0.2%) zu verkaufen (da Frankreich keine Gesetzgebung zu diesem Thema hat).
Aus einem Grund, der den etablierten CBD-Akteuren in Frankreich bis heute unverständlich ist, schlägt das Land vor, die Vermarktung von CBD-Blüten und CBD-Blättern sowie aller Produkte, die diese in Rohform enthalten (small buds CBD, aber auch Mischungen aus Trim CBD usw.), schlichtweg zu verbieten. Begründet wird dies damit, dass CBD-Blüten zu schwer von illegalem Cannabis (mit hohem bis sehr hohem THC-Gehalt) zu unterscheiden seien.
Die Regierung würde es also akzeptieren, dass die CBD-Akteure in Frankreich Harz vermarkten, da sie ja möchte, dass das Produkt aus den Blüten weiterverarbeitet wird! Diese Haltung steht im Widerspruch zu den Maßnahmen, die aufeinanderfolgende Regierungen im Kampf gegen Drogen ergriffen haben, insbesondere in den Regionen, aus denen der Großteil des Cannabisharzes mit hohem THC-Gehalt stammt. Solche Überlegungen kann man als widersprüchlich, ja sogar kontraproduktiv bezeichnen.
Gäbe es stichhaltige Argumente, könnten wir darüber diskutieren, doch so ist das eindeutig ein Ausweichmanöver. Einmal mehr ist es unverständlich, dass sich der Staat kein Beispiel an Ländern nimmt, die bereits vorangegangen sind, wie der Schweiz, oder sogar an großen Weltmächten wie den USA oder Kanada.
In Frankreich funktioniert die CBD-Branche, wurde jedoch ohne staatliche Unterstützung und ohne klaren, präzisen gesetzlichen Rahmen aufgebaut. Die Branche wächst nicht nur stark, sie schafft auch sehr viele Arbeitsplätze (vom Anbau des CBD über die Verarbeitung zu Folgeprodukten bis hin zum Verkauf im Online-Shop oder im Ladengeschäft). Sie ist also ein echter Glücksfall für Frankreich, das selbstverständlich bereits finanziell von diesem stetigen Wachstum profitiert.
Während die Entscheidung der Europäischen Kommission noch aussteht, entwickelt sich der CBD-Markt in Frankreich weiter und wird dies auch künftig tun. Das Nahrungsergänzungsmittel CBD gewinnt in all seinen Formen nämlich immer mehr Anhänger – in Frankreich und auf der ganzen Welt.
Das Cali Weed Team